Wellen des Hasses

Der informierte Student kommt hier auf dem Campus aus dem Staunen und „schockiert sein“ nicht mehr heraus.

Die rassistisch motivierten Übergriffe seitens einiger Landwirtschaftsstudenten vor gut 36h haben ja schon für genügend Überraschung und Bestürzung unter den Leuten gesorgt.


Aber wer glaubt, dass die Sache damit ein Ende gefunden hat, befindet sich damit gut im Irrtum.


Die Androhungen, die Russen bei einer der nächsten Parties mit 50 oder mehr Leuten fertig zu machen wurde zwar vernommen aber als übliches Säbelrasseln abgetan.


Wie sich aber im Laufe des heutigen Tages herausstellte, ist da wohl mehr dran als man denkt.


Unter den Landwirten wird fleißig gehetzt und die Geschichte verteilt, die Russen hätten die Deutschen angegriffen und diese sich nur gewehrt.

Die entsprechende Wirkung bleibt natürlich nicht aus bei derart engen Verbindungen wie man sie von den Landwirten kennt.

Die Leute sind hoch aggressiv und drohen bei jeder Gelegenheit mit Mord und Totschlag.


Aber die russische Studentengruppe ist mittlerweile schon nicht mehr der einzige Hasspunkt.

Bereits seit gestern werden vermehrt Beschimpfungen und Drohungen gegen die schlichtenden Parteien, in Form der Partyveranstalter, des Vorabends ausgesprochen.


Man solle sich in acht nehmen, wenn man alleine über den Campus läuft und wenn man die Klappe aufmacht, bräuchte man sich nicht wundern, wenn irgendwann das Studentencafé in Flammen stehe.


Schock und auch ein Teil Wut macht sich unter den Unbeteiligten breit. Man war eigentlich immer davon ausgegangen, dass studiertes Volk nicht derart asoziale Verhaltensmuster an den Tag legen würden.


Allerdings muss man sich wohl nun eingestehen, sich ganz kräftig getäuscht zu haben. Leider.

1 Kommentar 6.11.09 17:20, kommentieren

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Neue Menschen – alte Muster

Wenn man bedenkt wie viele Jahrzehnte die Zeit der Nationalsozialisten schon zurück liegt, könnte man annehmen, dass das zerstörerische Gedankengut dieser Zeit immer und immer weniger wird, ja vielleicht sogar schon fast verschwunden ist.

Aber dann kommen Tage wie dieser, der 05. November 2009. Es ist morgens kurz nach 4 Uhr, die Party der vergangenen Nacht neigt sich so langsam dem Ende zu, die Leute strömen gut angetrunken und heiter aus dem Gebäude. Sie lachen, feiern und alles sieht aus wie immer.


Doch plötzlich kommt es zu Rangeleien, Geschubbse und Geschrei auf dem Rasen vor dem Haus. Eine Gruppe von Deutschen wird durch die Security und andere herbeigeeilte Gäste von einer Gruppe Russen und Türken getrennt gehalten und gegenseitige Beschimpfungen sind zu hören.

Auf Nachfragen hin, stellte sich heraus, dass sich einer der Deutschen von einem der Russen provoziert und beleidigt gefühlt hat und daraufhin die Lage eskalierte.


Immer wieder sind Schreie wie „Scheiß Kanacken“ und „Verpisst euch aus unserem Land“ zu hören.

Nun könnte man annehmen, wir befinden uns hier im Jahre 1940 oder wir haben hier eine Reihe von unterbelichteten Halbstarken vor uns. Aber da täuscht man sich. Es handelt sich hierbei um Studenten einer höheren Bildungseinrichtung.


Nachdem die Situation soweit beruhigt werden konnte, dass die beiden Redelsführer unter Beobachtung der Security zu einem Gespräch zusammen kommen um die Sache zu klären, konnte man schon auf eine schnelle Beilegung des Konflikts hoffen, aber wurde dann leider enttäuscht.

Immer wieder kamen Provokationen aus den hinteren Reihen der beiden Konfliktparteien und somit zog sich die ganze Odyssee fast 1 1/2h hin bis sich endlich darauf geeinigt wurde, die Probleme für heute ruhen zu lassen und mit einem vorübergehenden Waffenstillstand zu beenden.


Ein sehr fader Beigeschmack bleibt den ganzen Tag über erhalten.

Diese Art der Ausländerfeindlichkeit hätte man wohl kaum an der eigenen Hochschule erwartet.


Ein dunkler Tag für die Geschichte eines Studienstandorts auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit und Tolleranz.

 

Nachtrag: Nach Gesprächen mit der Hochschulleitung und den Verantwortlichen der einzelnen Studiengänge wurde sich geeinigt, dass dieser Zwischenfall auf keinen Fall ohne Folgen bleiben wird.

Warten wir ab, wie diese Folgen aussehen werden und welche der Parteien das härtere Los treffen wird. Hoffen wir mal, dass da objektiv die Folgen der Entscheidungen in Betracht gezogen werden.

5.11.09 21:41, kommentieren

Der Fascho ist tot.

Nach mehreren Tagen im Koma ist Jürgen Rieger, „der Nazi-Anwalt“, vor 2 Tagen gestorben.

Als ich das gelesen habe, konnte ich mir ein Gefühlsgemisch aus Genugtuung und Freude nicht verkneifen.

Da ist ein Mann gestorben, der so oft wegen Körperverletzung, Holocaustleugnung und Volksverhetzung angeklagt war, dass man es kaum noch zählen kann.


Der Fascho ist tot und das ist auch gut so.


Es kommt selten vor, dass ich mich über den Tod eines Menschen freue, aber bei ihm ist es wirklich der Fall.


Sein Tod ist scheinbar die einzige Möglichkeit gewesen, wieder Ruhe ins Land zu bringen.


Danke dafür und schmor in der Hölle, Jürgen Rieger.

31.10.09 14:12, kommentieren

Verrat

Verraten, verkauft,
betrogen, beraubt,
alles zerstört für dieses eine Gefühl
das Gefühl der Macht, der Überlegenheit,
der grenzenlosen Selbstherrlichkeit.

Verrat zerstört Vertrauen für immer.
Einmal die Grenze überschritten, 
einmal den Schritt gewagt.
Vertrauen missbraucht, Freundschaft zerstört, 
für dieses eine Gefühl.
das Gefühl der Macht, der Überlegenheit,
der grenzenlosen Selbstherrlichkeit.

Verraten, verkauft,
betrogen, beraubt.

23.9.09 13:39, kommentieren

Ihr Name war Neda

Aktuell ist wieder so ein Moment, in dem ich am liebsten nur noch herumschreien möchte.
Nachrichten berichten stundenlang über das Leben und den Tod von Michael Jackson.
Dabei gehen Nachrichten unter, die mindestens genauso wichtig, teilweise sogar noch bedeutend wichtiger sind.
Gleich am Tag seines Todes ist mir das bei der Todesnachricht von Farah Fawcett aufgefallen.
Diese Frau hatte viele Jahre gegen den Krebs gekämpft und hat an diesem Tag den Kampf verloren.
Mehr als eine kleine Fußzeile war es den Nachrichtenmagazinen allerdings nicht wert. 
Denn es musste ja ganz groß der Tod von Michael Jackson aufgezogen werden.

Der Mann mag viel erreicht haben, hat viele erfolgreiche Lieder veröffentlicht, doch bin ich der Meinung, hat er nicht diese Aufmerksamkeit auf kosten anderer verdient.
Er hatte während seines Lebens schon mehr als genug Aufmerksamkeit. 

Nun gut. Frustrierend, schockierend und ärgerlich war es, aber wohl kaum zu ändern.

Eine knappe Woche nach seinem Tod hat dieses Verhalten seitens der Medien aber nicht ein bisschen nachgelassen.

Nach den Wahlen im Irak sind viele Menschen auf die Straße gegangen um zu protestieren. Alleine dieser Fakt bleibt für meinen Geschmack schon zu wenig beachtet in den Medien.
Nun aber starb eine junge Frau, ihr Name war Neda, bei diesen Protesten. Sie wurde von einer Kugel getroffen und war in weniger als einer Minute tot.
 
Diese Nachricht hat es zB bei Spiegel TV zu einem 2minuten-Beitrag geschafft. Aber erst nachdem über eine Stunde über Michael Jackson gesprochen wurde.

Ist das wirklich die Wichtung, die man in den Medien vornehmen sollte?

Dreißig zu eins. Echt ein tolles Ergebnis. Ganz große Leistung. 

Da kann ich echt nur verständnislos den Kopf schütteln.

Diese Quotenhascherei ist echt erbärmlich. Es werden nur Beträge gezeigt, die Einschaltquoten sichern. Das ist nicht das, was ich von jeher als Aufgabe der Medien gesehen habe.

Aber sie würden nicht so handeln, wenn nicht der dumme Pöbel genau dieses Verhalten herausfordern würde.
Wo sind die Zeiten hin, als DSDS, BigBrother und dieser Supermodel-Mist die Menschen noch nicht so derart verdummt hat.

Erschreckend.

In Gedenken an Neda, Farah und Michael .. im gleichen Maße .. 

Ruht in Frieden 

und Neda .. möge dein Tod nicht umsonst gewesen sein ...

1 Kommentar 29.6.09 14:44, kommentieren

Wie die Zeiten sich geändert haben

Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern.
Wir spielten gerne und haben sicher auch hier und da mal Mist gebaut.
Aber die Jugend von heute ist da irgendwie ziemlich anders.

Seit etwa 3 Stunden spielen drei kleine Jungs von ca. 8 bis 10 Jahren vor meinem Fenster an einem Springbrunnen.
Sie verstopfen absichtlich die Düsen und bespritzen sich gegenseitig mit Wasser. 
Das ist noch der Punkt, wo ich mich selber gut wieder erkennen kann.

Aber wenn man ihnen einmal zuhört, unterhalten sie sich bedeutend anders als wir damals.

Worte wie „Du Hurensohn“, „Du Kanacke“, Du Schwuchtel“ und „Du behinderter Vollpfosten“ bilden da 90% der Konversation.

Erschreckend!

Eben hat der älteste der Drei ein Lied gesungen .. ich musste erstmal googlen, weil ich es nicht kannte …

Ausschnitt:

"Heute Nacht lade ich alle ein
Freificken Nutten und die Fotzen ziehen sich aus Orgi69 und der Frauenarzt ist im Haus
Bassbox Party und wir Feiern alte Zeiten das ist der Berliner Bass für die Hauptstadt Atzen.
Gangbang mit Muschis und jeden Tag in Puff

Wir bleiben unseren Düppen treu und ficken im Suff Wuff Wuff"

 


Irgendwie komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus .. 

Wie die Zeiten sich doch geändert haben.

28.6.09 19:28, kommentieren