Neue Menschen – alte Muster

Wenn man bedenkt wie viele Jahrzehnte die Zeit der Nationalsozialisten schon zurück liegt, könnte man annehmen, dass das zerstörerische Gedankengut dieser Zeit immer und immer weniger wird, ja vielleicht sogar schon fast verschwunden ist.

Aber dann kommen Tage wie dieser, der 05. November 2009. Es ist morgens kurz nach 4 Uhr, die Party der vergangenen Nacht neigt sich so langsam dem Ende zu, die Leute strömen gut angetrunken und heiter aus dem Gebäude. Sie lachen, feiern und alles sieht aus wie immer.


Doch plötzlich kommt es zu Rangeleien, Geschubbse und Geschrei auf dem Rasen vor dem Haus. Eine Gruppe von Deutschen wird durch die Security und andere herbeigeeilte Gäste von einer Gruppe Russen und Türken getrennt gehalten und gegenseitige Beschimpfungen sind zu hören.

Auf Nachfragen hin, stellte sich heraus, dass sich einer der Deutschen von einem der Russen provoziert und beleidigt gefühlt hat und daraufhin die Lage eskalierte.


Immer wieder sind Schreie wie „Scheiß Kanacken“ und „Verpisst euch aus unserem Land“ zu hören.

Nun könnte man annehmen, wir befinden uns hier im Jahre 1940 oder wir haben hier eine Reihe von unterbelichteten Halbstarken vor uns. Aber da täuscht man sich. Es handelt sich hierbei um Studenten einer höheren Bildungseinrichtung.


Nachdem die Situation soweit beruhigt werden konnte, dass die beiden Redelsführer unter Beobachtung der Security zu einem Gespräch zusammen kommen um die Sache zu klären, konnte man schon auf eine schnelle Beilegung des Konflikts hoffen, aber wurde dann leider enttäuscht.

Immer wieder kamen Provokationen aus den hinteren Reihen der beiden Konfliktparteien und somit zog sich die ganze Odyssee fast 1 1/2h hin bis sich endlich darauf geeinigt wurde, die Probleme für heute ruhen zu lassen und mit einem vorübergehenden Waffenstillstand zu beenden.


Ein sehr fader Beigeschmack bleibt den ganzen Tag über erhalten.

Diese Art der Ausländerfeindlichkeit hätte man wohl kaum an der eigenen Hochschule erwartet.


Ein dunkler Tag für die Geschichte eines Studienstandorts auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit und Tolleranz.

 

Nachtrag: Nach Gesprächen mit der Hochschulleitung und den Verantwortlichen der einzelnen Studiengänge wurde sich geeinigt, dass dieser Zwischenfall auf keinen Fall ohne Folgen bleiben wird.

Warten wir ab, wie diese Folgen aussehen werden und welche der Parteien das härtere Los treffen wird. Hoffen wir mal, dass da objektiv die Folgen der Entscheidungen in Betracht gezogen werden.

5.11.09 21:41

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